Solare Meerwasserentsalzungsanlagen/Gewächshausprinzip

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Funktionsbeschreibung

In einem flachen, schwarzen (PE, PC) Becken mit einer Isolationsschicht als Wärmedämmung (z.B. Sand) und einer zeltförmigen, transparenten Abdeckung aus Fensterglas verdunstet durch die Absorption der Sonneneinstrahlung das Meer- oder Brackwasser. Der Wasserdampf schlägt sich an der Innenseite der windgekühlten Abdeckung nieder. Das Kondensat wird mittels Auffangrinnen zur weiteren Aufbereitung (Verschnitt mit Salzwasser) abgeleitet. Einfache Solardestillen nach diesem Prinzip wurden bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts zur Meerwasserentsalzung eingesetzt. [1] Bei Anlagen in Küstennähe wird das nach dem Verdunstungsprozess übrig gebliebene Meerwasser (Sole) wieder ins Meer zurückgepumpt. [2]


[Bearbeiten] Produktionsleistung

Die mittlere Produktionsleistung einer einfachen solaren Meerwasserentsalzungsanlage nach dem Gewächshausprinzip liegt im Sommer durchschnittlich bei bis zu 6 l/m²•d und ca. 1,2 l/m²•d Trinkwasser im Winter. Dies gilt für Jahreseinstrahlungsleistungen von 1500 bis 2000 kWh/m² (Mittelmeerraum) und einem Anlagenwirkungsgrad von 40 %. Daher sind sie sehr flächenintensiv, wenn große Wassermengen gewonnen werden sollen. Bei einer Lebensdauer von 20 Jahren und einem Zinssatz von 8 % ergibt sich ein Trinkwasserpreis von ca. 2,9 US$/m³.

Vorteile: Der Aufbau der Anlage ist einfach. Es kann somit auch von der lokalen Bevölkerung gebaut und gewartet werden. Für die Anlage werden keine Pumpen und damit auch kein Strom benötigt. Die Anlage ist damit dezentral und in Regionen ohne Infrastruktur einsetzbar.

Nachteile: Da die Kondensation an der Glasfläche erfolgt, kann die Kondensationsenergie nicht zurückgewonnen und für eine Voraufheizung des Meerwassers genutzt werden. Daher ist die Leistung der Anlage pro m² vergleichsweise gering. [2]


[Bearbeiten] Praxis

In Zusammenarbeit von der Solar Alternatives (Indien) und der Solare Brücke (Deutschland) wurde 2003 einen Solare Dampfsterilisationsanlage entwickelt. Um ein verkalken der Anlage vorzubeugen, wurde sie mit destillierten Wasser betrieben. Es wurde eine einfache Destille gebaut (1,7 m²). Sie produziert am Tag 5,5 l Destilliertes Wasser. [3]


[Bearbeiten] Siehe auch


[Bearbeiten] Quellen

  1. Vorhaben 252 001 91; Teilprojekt: Solarthermische Anwendungen (Solarthermische Meerwasserentsalzung / Wasseraufbereitung). Solar-Institut Jülich. Abgerufen am 19. Juli 2008. (PDF)
  2. 2,0 2,1 Wikipedia: Solare Meerwasserentsalzungsanlage
  3. solare-bruecke.org Solarsterilisator
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